Dunkel lockende Welt 

von Händl Klaus

Regie Anne Simon     
Bühnenmalerei Milli Schlesser

mit Nickel Bösenberg, Christiane Rausch und Leila Schaus

Vorstellungen am 23. 26. und 29. April 2014 um 20 Uhr
am 6. und 7. Mai 2014 um 20 Uhr  und  am 4. Mai um 17 Uhr
im Kasemattentheater Saal Tun Deutsch

mit der freundlichen Unterstützung
der Universität Luxemburg
und der österreichischen Botschaft


“Der Mensch verschwindet wie am Meeresufer
ein Gesicht im Sand.“
(Michel Foucault)

Ein kleiner Zeh wird in einer blitzblank gewischten, auszugsfertigen Wohnung, aufgefunden - aber ohne den dazugehörigen Körper. Hat es hier einen Mord gegeben? Der Vermieter, dessen Mutter angeblich gerade erst verstorben ist, verstrickt seine Mieterin, die junge Ärztin Corinna, bei ihrem Auszug – sie möchte zu ihrem Freund nach Peru - in eine Plauderei, die immer mehr einem subtil geführten Verhör gleichkommt. Es entspinnt sich hieraus eine merkwürdige Dramaturgie der Spannung, voll von tiefschwarzem Humor, die irgendwo zwischen Hitchcocks Psycho und Suspicion schwankt. Als Corinnas Mutter, eine besessene Botanikerin, dann auch noch in das Geschehen verwickelt wird, erweitert der Autor das sprachliche Gewebe seines Stücks, in dem immer unklarer wird, wer Täter und Opfer ist, oder sein könnte. Wahrheit und Lüge scheinen immer mehr miteinander zu verschmelzen...

Wie die Figuren gegen das Verschwinden anzukämpfen versuchen, wehrt sich auch die Sprache dieser Figuren selbst. Es ist eine beschädigte Sprache, die  Erinnerungen und menschliche Traumata in ihren Rhythmen und Zäsuren, in den Fügungen und Entstellungen reflektiert, an der das traumatische Erinnern wuchern kann: Fragmente einer Sprache des Verschwindens. Ein sprachlich-psychologischer Krimi der Extraklasse!