KUNST von Yasmina Reza PLAKAT
KUNST von Yasmina Reza PLAKAT
Hans-Jörg Frey
Hans-Jörg Frey
Germain Wagner und Luc Feit
Germain Wagner und Luc Feit

"KUNST"


von Yasmina Reza

mit Luc Feit, Hans-Jörg Frey, Germain Wagner

Regie Meike Harten

Bühne/ Kostüme Katharina Polheim
Assistenz Natalie Ortner


„Für mich ist es nicht weiss. Es hat eine weissen Untergrund,
und dazu eine ganze Skala von Grautönen...
Sogar Rot ist drin. Man kann sagen, dass es sehr blass ist. Wäre es weiss, würde es mir nicht gefallen. Marc sieht es weiss...Das ist seine Beschränkung... Marc sieht es weiss, weil er in der Vorstellung verrannt ist, es sei weiss. Yvan nicht. Yvan sieht, dass es nicht weiss ist. Marc mag denken, was er will, er kann mich am Arsch lecken.“ meint Serge unmissverständlich.
Er hat ein „weißes Bild mit weißen Streifen“ eines berühmten Künstlers für 200.000 gekauft. Die langjährige Freundschaft dreier gestandener Männer, Serge, Marc und Yvan, gerät durch diesen Kauf jedoch schwer ins Wanken. Serge verteidigt sich und seine Entscheidung, Marc attackiert ihn, Yvan ist „tolerant“. Die drei Freunde geraten in einen Strudel von Zorn, Zweifel und Enttäuschung. «Kunst» ist eine großartige Komödie über die moderne „intellektuelle“ Mittelschicht, eine Mischung aus Botho Strauß und Woody Allen. «Kunst» entlarvt mit spitzen Dialogen die oftmals dünne Tünche der arrivierten Bürgerlichkeit und der „ewigen“ Männerfreundschaften in Zeiten der Midlifecrisis. Es ist aber auch eine Komödie über die Neigung der Kunst zum Scharlatanismus und über den um sich greifenden Verlust der Urteilsfähigkeit, nicht nur in der Kunst. «Kunst» wurde 1994 in Paris uraufgeführt und schnell zu einem Welterfolg.
Das Stück erhielt mehrere Preise (Prix Molière, Tony Award, Laurence Olivier Award) und wurde bisher in 40 Sprachen übersetzt.
„Dass ich einen Preis für die beste Komödie bekommen habe, finde ich faszinierend. Ich dachte, ich hätte eine Tragödie geschrieben.“ meint die 1957 in Paris geborene Yasmina Reza über ihr Stück. Aber bei der genauen Beobachterin Reza liegen alltägliche Komödie und Tragödie eben sehr nah beieinander. Mit der Inszenierung von «Kunst» knüpft das Kasemattentheater an den Erfolg der Inszenierung von „Drei Mal Leben“ in der Saison 2005/2006 an.



 

Pressespiegel "KUNST"



„Getragen von einer brillianten schauspielerischen Leistung der drei Akteure, einer einfachen, aber sehr wirksamen und klar strukturierten Inszenierung und vor allem durch den subtilen und wortgewandten Text ist Yasmina Rezas «Kunst» ein echter Hochgenuss der heiteren Theaterkost, den man sich nicht entgehen lassen sollte.“

Ronny Steinmetz, LW, 7. Januar 2009



„Einfach köstlich sind der bittere Ernst Hans-Jörg Freys, die Verbissenheit Germain Wagners und die emotionalen Ausbrüche Luc Feits: wer Lust auf einen äußerst amüsanten Theaterabend mit Tiefgang hat, sollte (...) unbedingt ins Kasemattentheater gehen.“

Janina Strötgen, tageblatt, 10. Oktober 2008



„Les dialogues sont vifs et savoureux (…). C'est le jeu pertinent qui fait ressortir le ressort dramatique, qui sous-tend le texte, de la comédie de mœurs alerte qu'est «Kunst».“

Josée Zeimes ,Le Jeudi, 16. octobre 2008



„Meike Harten hat diese verbale Meisterleistung sehr sachlich in Szene gesetzt. Sachlich deshalb, weil dieses Werk von dem Reichtum und der Abwechslung seiner erfrischenden Dialoge lebt.(…) Ausschlaggebend sind dafür leistungsstarke Darsteller, die die spritzigen, aber komplexen Dialoge beleben und meistern müssen. (…) Der tosende Applaus nicht nur am Ende  der Vorstellung bezeugte die Wucht und den Unterhaltungswert eines Dramas, das zum Glück im Februar 2009 wiederaufgenommen wird.“

Claude Reiles, d'Lëtzebuerger Land, 24. Oktober 2008



„Diese  Aufführung sucht wirklich vom rein Schauspielerischen Ihresgleichen - (…) und dabei wirkt, weil so professionell angepackt, alles an diesem Stück so einfach, so lässig, so leicht, fast verspielt dahingezaubert (…). Deshalb bleibt nur noch zu sagen: gehen Sie sich alle, so schnell wie möglich, diese neue Produktion des Kasemattentheaters anschauen.“

Pierre Neyens, 100komma7, 14. Oktober 2008



"Yasmina Rezas grossartige Komödie über moderne Kunst und ewige Männerfreundschaften war mein absolutes Lieblingsstück des vergangenen Jahres."

Gabrielle Seil, REVUE, 14. Januar 2009









Bei näherer Betrachtung (D)

Zeitgenössische Kunst verstehen und deuten
Jean-Christophe Ammann

Vortrag am 3. Februar im Casino 18.30 Uhr

Moderne Kunst boomt – doch jenseits von Sammlerhype und
Ausstellungsmarketing bleiben viele Fragen offen. Was über-
haupt ist moderne Kunst, warum gibt es keine Avantgarden
mehr? Welche Rolle spielen die neuen Medien, und was unterscheidet
eine Künstlerin von einem Künstler? Jean-Christophe
Ammann, international renommierter Kenner moderner Kunst,
sieht in der Beschäftigung mit Kunst eine Konstante der
menschlichen Existenz, auch wenn es vielen Menschen heute
schwer fällt, Gegenwartskunst zu verstehen und zu deuten.
Der Vortragende wechselt die Perspektiven und vermittelt
Werke und Themen in ungewohnter Sicht; er erschließt so
einen erhellenden und neuen Zugang zu zeitgenössischen
Kunstwerken. Der Inhalt des Vortrages begründet auf
Ammanns gleichnamigen Buch, welches 2007 im Frankfurter
Westend Verlag erschienen ist.

Jean-Christophe Ammann war Direktor verschiedener Kunsteinrichtungen (Kunstmuseum
Luzern 1968-1977, Kunsthalle Basel 1978-1989, Museum für Moderne Kunst Frankfurt/Main
1989-2002). Seit 1992 ist er Lehrbeauftragter der Universitäten Frankfurt/Main und Gießen,
seit 1999 hat er eine Professur an der Universität Frankfurt/Main. Er hat 1971 die Biennale
von Paris kuratiert und war Mitorganisator der documenta 5 in Kassel (1972), sowie Kurator
des deutschen Pavillons auf der Biennale von Venedig (1995). Buchpublikationen sind
u.a. Das Glück zu sehen. Kunst beginnt dort, wo der Geschmack aufhört (1998); Annäherung.
Über die Notwendigkeit der Kunst (1996); Rémy Zaugg – Gespräche mit Jean-Christophe
Ammann (1994).

Das Kasemattentheater veranstaltet anlässlich der Inszenierung des Theaterstücks KUNST
von Yasmina Reza eine Sondervorstellung im Anschluss an den Vortrag von Jean-Christophe
Ammann (Beginn der Vorstellung 20.30 Uhr, Eintritt 15 €).