WER HAT ANGST VOR VIRGINIA WOOLF?
Regie: Stefan Maurer
Bühne und Kostüme: Anja Jungheinrich
Dramaturgie: Andreas Wagner
Regieassistenz : Nathalie Ronvaux
Mit: Fabienne Elaine Hollwege, Ines Krug, Marc Limpach, Germain Wagner
ZUSATZVORSTELLUNG AM 30. MAI !!!!
Termine| Do 28.05.09 - | 20:00 | Théâtre National du Luxembourg |
| Fr 29.05.09 - | 20:00 | Théâtre National du Luxembourg |
| Sa 30.05.09 - | 20:00 | Théâtre National du Luxembourg |

Auch wenn der Titel heiter und wie eine bloße Variante des Kinderliedes Wer hat Angst vor dem bösen Wolf? klingt, so verbirgt sich doch hinter dieser scheinbaren Harmlosigkeit ein Chaos menschlicher Beziehungen, seelischer Abgründe, eine gegenseitige männlich-weibliche Zerfleischungslust, ein Kampf der Geschlechter, wie er in der dramatischen Literatur nur seinesgleichen bei Strindberg und O'Neill findet.
Schauplatz ist die Wohnung eines Professors eines amerikanischen Provinz-Colleges, in der sich nachts zwei Ehepaare nach einer Party treffen. Sehr schnell entfacht sich zwischen dem liberalen humanistischen Geschichtsprofessor George und seiner herrschsüchtigen Ehefrau Martha ein Wort- und Streitgefecht, das von reichlichem Alkoholgenuss begleitet wird. Etwas später erscheinen Nick, der rücksichtslose, karrieresüchtige jüngere Biologieprofessor, und Honey, seine naive, den amerikanischen way of life in seiner ganzen Hohlheit und seinem ganzen Konformismus verkörpernde Ehefrau, und werden immer mehr in diese Zimmerschlacht hineingezogen.
Edward Albees bestes und bekanntestes Theaterstück Wer hat Angst vor Virginia Woolf?, das 1962 uraufgeführt wurde und unerhört scharf, böse und schonungslos Beziehungs-Wahrheiten aufdeckt und menschliche Illusionen zerstört, hat auch heute noch nichts von seiner Faszination und Brillanz verloren. Doch Albee will seine Menschen nicht nur ausgeliefert und nackt wie Würmer zeigen, immer wieder spürt man auch das Mitgefühl, die Wehmut und die Ironie, mit denen der Autor seinen Kreaturen begegnet. Großes leidenschaftliches Theater, so schockierend wie läuternd, so unsentimental wie aufrichtig – das ist Edward Albee mit seinem Stück gelungen, über das Carson McCullers schrieb: Es hat die Leidensgröße eines griechischen Dramas, wildesten Humor und düsteren Glanz.
Der junge deutsche Regisseur Stefan Maurer, der zuletzt mit spannenden Inszenierungen am Theater Oberhausen hervorgetreten ist, geht sehr unbekümmert mit diesem Klassiker des modernen Theaters um. In der Coproduktion mit dem Kasemattentheater stehen bekannte Darsteller aus Luxemburg und Deutschland auf der Bühne.
Pressemitteilung
Zusatzvorstellung von „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“
Wegen des grossen Publikumserfolges von „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“, haben das Théâtre National du Luxembourg (TNL) und das Kasemattentheater beschlossen, eine Zusatzvorstellung des Stückes für Samstag, den 30. Mai 2009 anzusetzen.
Zusatzvorstellung am Samstag, den 30. Mai 2009 am 20.00 Uhr
im TNL, route de Longwy 194
Kartenvorbestellung:
Tel. 47 08 95-1
www.tnl.lu / www.kasemattentheater.lu
PRESSESPIEGEL
„Edward Albee dévoile avec férocité l'enfer de la vie de couple: un champ de bataille que Stefan Maurer orchestre avec brio. (…) Les invités – Nick, un professeur de biologie carriériste, campé avec finesse par Marc Limpach, et Honey, un joli exemplaire de la naïve Américaine, interprété par Fabienne Elaine Hollwege, (…) passent vite de leur rôle de voyeurs puis de victimes à celui d'acteurs voire de complices qui participent au carnage. (…) Martha, incarnée brillamment par Ines Krug, qui d'une jolie chatte sauvage devient une femme fragilisée qui aimerait qu'on lèche ses blessures, et George - Germain Wagner donne un bel épanouissement à ce rôle par sa mimique et sa gestuelle - à la fois victime et partenaire dans leurs jeux dévastateurs (…).“
Josée Zeimes, Le Jeudi, 14 mai 2009
„Wer hat Angst vor Virginia Woolf? gedroën, an desem Fall vun enger ganz treffender Mise en Scène a vun enger iwwerzeegender Interprétatioun.“
Françoise Poos, 100,7, 15. Mai 2009
„Und noch immer ist [das Stück] ein echter Ohrenschmaus. (...) [Germain] Wagner zeichnet seinen George genauso empfindsam, wie es die Glaubwürdigkeit verlangt. Er macht aus dem Hanswurst eines gefallenen Wissenschaftlers einen Mann, der mal aggressiv, mal verletzt letztendlich nur seine eigene Haut rettet. Georges Ambivalenz ist erstaunlich spürbar und es ist ihm anzumerken, wie wohl sich der Schauspieler auf der Bühne fühlt. Marc Limpach und Fabienne Hollwege können da gut mithalten, auch sie legen eine überzeugende Spielfreude an den Tag.“
Heike Bucher, tageblatt, 16. Mai 2009
„Das Luxemburger Nationaltheater widmet sich mit „Virginia Woolf“ einem Klassiker der Moderne - und überzeugt durch eine frische, tempogeladene, präzise in Szene gesetzte Produktion mit exzellenten Darstellern. (...) Es darf bemerkenswert viel gelacht werden an diesem Theater-Abend, dessen pausenlose 100 Minuten wie im Flug vergehen. Maurer hat auch die Figuren entrümpelt, und sein Darsteller-Quartett spielt selbst da wo es ernst wird, mit wunderbarer Leichtigkeit. Germain Wagner gibt den erfolglosen Geschichtsprofessor mit federnder Souveränität. Ines Krug verfügt als Ehefrau über eine packende erotische Ausstrahlung weitab von der alternden Alkoholikerin anderer Aufführungen. Ihre Gegenspieler Marc Limpach und Fabienne Elaine Hollwege sind keine Karikaturen, sondern ein neugieriges junges Paar, das dem Spiel durchaus interessiert folgt, bis es selbst hineingezogen wird. Der spannendste Coup der Aufführung ist das ebenso simple wie geniale Bühnenbild von Anja Jungheinrich. (...) Viel Beifall für einen virtuos wiederbelebten Klassiker (...).“
DiL, Trierischer Volksfreund, 19. Mai 2009
„Der Publikumserfolg gründet aber auch auf Maurers Inszenierung, die die bürgerliche Fassade als Summe von Illusion und Opportunismus dekonstruiert und von ihren Leitmotiven, dem Spiel, der Trinksucht und dem Ungleichgewicht, lebt. (...) Albee hat seine Tränen wohl in die Figuren einfließen lassen. Maurer hat sie dank erfrischender Darstellung und einer symbolträchtigen Inszenierung herausfließen lassen, ohne sentimental zu werden.“
Claude Reiles, d'Lëtzebuerger Land, 5. Juni 2009