Liebe Freunde des Kasemattentheaters,
Die für den 24. April geplante Lesung ,,Traumnovelle" mit Ulrich Matthes müssen wir leider aus organisatorischen Gründen auf Sonntag den 26. April um 11.00 Uhr verlegen.
Die Lesung ,,Zauberflötentraum" wird wie geplant am 25. April um 20.00 Uhr stattfinden.


Chers amis du Théâtre des Casemates,
La lecture ,,Traumnovelle" avec Ulrich Matthes prévue le 24 avril 2009 doit malheureusement pour des raisons d'organisation être déplacée au dimanche 26 avril à 11.00 heures.
La lecture « Zauberfflötentraum » aura lieu comme prévu le 25 avril à 20.00 heures.



ZAUBERFLÖTENTRAUM


Eine Collage aus autobiografischen Texten
von Thomas Bernhard

gelesen von Ulrich Matthes


am Samstag 25. April 2009
im Kasemattentheater
um 20.00 Uhr

Ulrich Matthes liest Auszüge aus Bernhards autobiografischen Erzählungen ,,Der Keller“ und ,,Der Atem“ - in diesen Texten erinnert Bernhard sich an seine Jünglingsjahre und an zwei seiner ,,Lebensmenschen“: seinen Grossvater und seinen Lehrherrn Karl Podlaha. ,,Mein Grossvater hatte mich die Menschen aus grosser Distanz beobachten gelehrt, der Podlaha konfrontierte mich direkt mit ihnen.“ Thomas Bernhard hüllt den Leser in den dunklen Dunst des im Scheitern begriffenen Lebens. Nicht das gelingende Leben, die aus Weitsicht und Kalkül gespeiste Zuversicht, dass alle Pläne sich doch schließlich erfüllen werden, und deren Darstellung sorgen dafür, dass diese autobiografische Prosa uns erbauliche Antworten mit auf den eigenen Lebensweg geben könnte. In seinem literarischen Werk begegnet man auch auf Schritt und Tritt der Musik. Bernhard beschreibt sein Martyrium mit ganz dicht verfugten, langen Sätzen, mit einer musikalischen Sprache, die langsam marschiert und ständig den Blick in die hinteren Reihen wirft, damit das Vergangene immer auch ein Teil der Zukunft bleibt. Und wir erfahren, dass Bernhard eigentlich hatte Sänger werden wollen, träumend von seiner Lieblingsoper, der ,,Zauberflöte“...




TRAUMNOVELLE


von Arthur Schnitzer

gelesen von Ulrich Matthes


am Sonntag 25. April 2009
im Kasemattentheater
um 11.00 Uhr

„Lieber und verehrter Dr. Schnitzler, hingerisssen haben wir die Traumnovelle hier gelesen, beide in einem Zuge, atemlos, und begrüssen Sie voller Bewunderung.“
Thomas une Katja Mann (Arosa, den 23. Mai 1926)

Ein junges verheiratetes Paar, Fridolin und Albertine, schön, klug und erfolgreich. Beide gestehen sich erotische Phantasien und Fast-Seitensprünge. Sie hat Gedanken an einen Unbekannten, Fridolin ist eifersüchtig und stürzt davon, hinein in eine obskure Nacht. Voll Zweifel, voll Drang lässt er sich durch eine Nacht von Lust, Perversion, Orgien und Einsamkeit reißen. Er gesteht ihr seine Abenteuer, aber sie verzeiht ihm mit dem Satz: „dass die Wirklichkeit einer Nacht, ja dass nicht einmal die eines ganzen Menschenlebens zugleich auch seine innerste Wahrheit bedeutet.“ Ehe, Lust, Eifersucht und Freiheit in ihren Verwirrungen, Verirrungen und Verstrickungen. Das Geheimnisvolle dieser Novelle rührt von der Entdeckungsreise ins Selbst her, die Fridolin unternimmt, einen Abstieg in die Tiefen seiner eigenen Psyche. Schnitzlers Novelle wurde 1999 von Stanley Kubrick als Eyes Wide Shut mit Nicole Kidman und Tom Cruise in den Hauptrollen verfilmt.